Dienstag, 29. Oktober 2013

Drehung

So viele Gefühle nehmen mich ein. Sie drehen sich. Ich drehe mich. Ich kann nicht klar denken. Wo ist die Struktur, wo ist mein Weg? Wohin ist meine Stärke verschwunden? Ich kann sie nicht ordnen, all diese Gefühle. Wut, Trauer, Verlust. Liebe? Wieso habe ich so große Angst davor jemanden zu mögen. Was ist falsch mit mir? Warum kann ich nicht jemandem vertrauen, der mir wichtig ist? Warum habe ich so dermaßen große Angst davor glücklich zu sein? Spreche ich es mir nicht zu? Verdiene ich es nicht? Will ich glücklich sein? Ja! Darf ich es? Ich weiß es nicht. Verdiene ich es? Ich weiß es nicht. So viele Gedanken und Gefühle, die mich einnehmen und kein Gedanke, kein Gefühl lebt sich voll aus. Funken bilden ein Bild des Zweifels. Wieso zweifle ich an mir? Wieso zweifle ich an meinen Gefühlen? Wieso kann ich nicht einfach sicher sein mit dem Glück, das mir eventuell gar nicht zu steht? 

So viele Gefühle nehmen mich ein. Sie drehen sich. Ich drehe mich. 


Sonntag, 15. September 2013

memories never fade



Es ist lange her. Viel zu lange. Ich gedenke meiner Erinnerung. Ich gedenke meinen Freunden, die schon lange nicht mehr meine Freunde sind. Ich gedenke meiner Familie, die schon lange nicht mehr meine Familie ist. Ich gedenke meinem besten Freund, der schon lange nicht mehr mein bester Freund ist. Ich gedenke meiner unbefleckten Seele, die schon viel zu lange nicht mehr unbefleckt ist. Ich wünschte mir es wäre alles anders verlaufen.

Wo ist der Frieden hin? Wo ist die Glückseligkeit hin? Wo ist der Optimismus hin? Wo ist die Unbekümmertheit hin? Wo bin ich? Wo möchte ich sein? Was ist passiert? Zu viel. Wo sind die Personen, die für mich einst alles waren? Verschwunden. Wieso? Wegen mir. Ich war eine Last, die nicht mehr zu verantworten war. Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Mein Kopf dröhnt, er dreht sich und meine Gedanken mit ihm. Seit langem habe ich wieder das Gefühl den Halt zu verlieren. Wo ist mein Anker, wo ist er hin? War er jemals da? Die Tränen zeichnen ihren Weg, tiefe Fugen auf meinen Wangen. Zu viel habe ich Tränen vergossen, zu viel habe ich gelitten, doch zu wenig habe ich auf die geachtet, die mir wichtig waren. Warum? Warum tat ich das, was ich tat? Wieso habe ich nichts gemerkt? Wieso war ich so naiv? Wieso ist mein Leben so gelaufen, wie es lief? WARUM?

Ich vermisse dich so schrecklich. Ich vermisse euch so schrecklich. Warum habe ich das Weite gesucht? Warum war ich so furchtbar dumm und habe euch im Stich gelassen? Warum habt ihr mich im Stich gelassen? Warum musste ich die schrecklichsten Momente meines Lebens ohne euch durchleben? Warum habt ihr mich allein gelassen? Ich will nicht alleine stark werden, ich will nicht alleine durch die Tränen gehen. Ich will nicht alleine vergessen und vergessen werden. Ich will nicht ohne euch sein! Ich brauche euch.

Ich brauche dich. Dich und deine Worte, doch ich bin nur eine Last. Eine Last für dich. Du lebst besser ohne mich, wie du meinst. Doch ich, ich vermisse dich. Aber interessiert das jemanden? Ich dachte wir wären Freunde. Ich dachte wir wären mehr als das. Seelenverwandte. Doch seit ich ohne dich kämpfen muss habe ich jeglichen Glauben an jene Bindung verloren. Ich hatte meine Seelenverwandte, ich hatte sie und wollte sie nie wieder gehen lassen. Und nun? Nun stehe ich ohne sie da, in den schlimmsten Momenten meines kurzen Lebens. Ich wische mir die Tränen weg, ohne zu merken, dass die nächsten schon unaufhaltsam warten. Hörst du mich schreien, fluchen, kreischen? Nein? Wirst du das lesen? Wirst du es dir zu Herzen nehmen und dich irgendwann in der Lage dazu fühlen den Kontakt zu mir zu suchen? Wer weiß. Ich werde warten, ich werde dich nicht hassen und nicht vergessen. Niemals. Du hast für immer einen Platz in meinem Herzen. Für immer. Niemand wird ihn dir streitig machen. Du hast wohl einen der größten Teile und willst ihn nicht. 

Ich will niemandem eine Last sein. Ich will nicht, dass es dir schlecht geht. Ich will, dass du glücklich bist. Glücklich mit deinen Freunden. Ich will, dass du mit dir im Reinen bist. Ich will, dass du zufrieden bist und nichts bereust. Ich will dir nicht wehtun. Ich will, dass du all das schreckliche deines Lebens hinter dir lässt und ein neues Leben beginnen kannst. Und wenn es nicht anders geht, dann ohne mich. Aber du sollst dir sicher sein, dass ich dich niemals vergessen werde. So vieles ist passiert, was ich gerne mit dir - nur mit dir - geteilt hätte, doch du hast dich gegen mich entschieden. Es schmerzt so unendlich zu lesen, was geschah, ohne das ich es merkte. Es tut so unendlich weh dich nicht bei mir zu wissen und mit dir Freud und Leid zu teilen. Es tut so unendlich weh ohne dich zu leben, doch es ist für dich wohl das Beste. Und so muss ich akzeptieren, dass das, was uns verband, für dich keinen Wert mehr hat. 

Du lebst ein neues Leben. Ein Leben, das dich hoffentlich glücklicher macht. Ein Leben, das du wirklich leben willst. Wir haben uns beide verändert. Wir haben beide Dinge erlebt, uns entwickelt. Wir werden erwachsen. Und dennoch verbindet uns eine unauslöschliche Vergangenheit. Erinnerungen, die schmerzen. Erinnerungen, die ich niemals missen möchte. Erinnerungen, die für mich mehr bedeuten, als mir die Zukunft jemals geben kann. Du warst, bist und wirst auch immer alles sein, was für mich wichtig ist. Und auch wenn es schmerzt dich gehen zu lassen und ein eigenes Leben, allein, zu führen, muss ich das akzeptieren.

Lebe wohl, Keksi-Caro.

Donnerstag, 1. August 2013

fake friends

Wieso fiel mir in letzter Zeit auf, dass ich mich immer mehr von meinen Mitmenschen distanziert habe? Ich habe keine Freunde, in dem Sinne, wie ich sie gerne hätte. Ich habe keine beste Freundin, die in dem Ausmaß zu mir steht, wie ich es erwarte. Sie war die Person, die beinahe mehr über mich weiß als ich selbst und dennoch hat sie mich mehr verletzt als viele der Menschen, die nichts von mir wussten. Sie hatte die Wahl, sie hatte das Messer, mit dem sie mich hätte verschonen oder erstechen konnte und hat sich für letzteres entschieden. Ich habe all meine Hoffnung in sie gelegt und wurde enttäuscht. Zu oft habe ich mich von ihr hintergehen, belügen und versetzen lassen. Zu oft hätte ich sie gebraucht und ich kann mit Sicherheit behaupten, dass sie mich auch gebraucht hätte. Aber sie war zu feige und ich zu verdrossen und verärgert über ihre offensichtliche Abneigung gegen mich. Ich bin wohl nur eine von vielen, was? Sobald sie weg sind, ist auch die Freundschaft gestorben. Ich habe alles dafür getan um das, was uns verbindet, am Leben zu erhalten, aber mir geht die Kraft aus und ich möchte nicht mehr darum kämpfen. Ich möchte eine Freundin, die immer zu mir steht und für mich da ist. Ich möchte eine Freundin, die da ist und mit der ich nach freiem Willen etwas unternehmen kann. Ich will keine Freundin, die mich versetzt, mich hintergeht und nur dann ankommt, wenn ihr gerade der Sinn danach steht. Eine Freundschaft besteht aus mehr als nur Nehmen. 

Sonntag, 26. Mai 2013

Ich denke in letzter Zeit viel nach. Möchte ich sterben, ohne noch einmal mit dir gesprochen zu haben? Möchte ich ein Leben führen, in dem du keine Rolle mehr spielst? Kannst du mich leugnen? Dein Fleisch und Blut? Ich bin ein Teil von dir, doch ich fühle mich dir so fern. Ist alles vorbei, was sich in den Jahren entwickelt hat? Ich lebe ohne dich, aber bin ich damit glücklich? Kann ich mit einem Lächeln durch die Welt gehen und akzeptieren, was das Schicksal für mich bereit hält? Kann ich einfach über das hinwegsehen, was passiert ist? Ich habe, ganz ehrlich, Angst irgendwann zu sterben und nicht mehr mit dir gesprochen zu haben. Wo bist, Mama? Wieso kann ich dich nicht in meinen Armen halten, wieso kann ich nicht an deiner Schulter weinen, wie ich es einst tat? Wo bist du? Ich brauche dich und kann nicht akzeptieren, dass du ein Leben ohne mich führen willst. Du willst Antworten von mir? Aber wo sind deine? Wieso hast du mich alleine gelassen, in dieser Welt voll mit Hass und Schmerz. Soll eine Mutter nicht auf ihr Kind aufpassen und es hüten? Soll sie nicht der Grund sein, warum das Kind seinen Sinn im Leben sieht und die Tränen mindern, die es vergießt? Wie konnte es so weit kommen, dass du der Grund für meine Tränen geworden bist? Ich liebe dich, Mama. Ich kann dich nicht vergessen, so sehr ich es auch versuche. Ich habe wahnsinnige Angst vor der Zukunft. Ich will dich an meiner Seite, will dich neben mir wissen und dein Vertrauen spüren. Ich will, dass du mir zeigst, dass du mich liebst. Ich vermisse dich, Mama. Wo bist du nur?