Donnerstag, 3. November 2011

spiegel

Wenn dir der Spiegel einen Menschen zeigt, der du gerne sein würdest. 
Wenn du im Glas jemanden siehst, der eigentlich du sein solltest.
Wenn du vergisst, wer du jemals schon mal warst.

Ich halte mich für stark. Ich halte mich für stärker, als andere. Ich denke, ich bin kein schwacher Mensch. Vielleicht im Moment nicht, aber kannst du behaupten, dass du so wärst, wie ich es bin? Kannst du sagen, du stehst deinen Mann, du quälst dich und weißt, du wirst an jeder Minute kaputt gehen? Glaubst du, sagen zu können, du wärst schön. Du wärst gut. Du wärst ein lebenswerter Mensch? Ich bin ehrlich. Ich sehe in den Spiegel und sehe eine Frau, ein Mädchen, eine junge Heranwachsende. Ich sehe ein hübsches Mädchen, jemanden, der Selbstbewusstsein haben darf. Jemanden, der lachen darf. Einen Menschen, dessen Lachen seine Freunde glücklich macht. Kannst du behaupten, du würdest in meiner Situation dasselbe sehen? Könntest du es?
glaubst du es mir? Ich sehe dieses Mädchen. Sie ist brünett, hat grüne Augen, ist dünn. Ich erkenne sie. Aber identifizieren kann ich mich nicht mit ihr. Sie ist jemand, der es kann. Sie ist nicht Ich.




Ich sehe dich, ich sehe sie.
Ich sehe dich, ich sah mich.
Ich sehe dich, ich spüre Tränen.
Ich sehe dich, du siehst mich nicht.

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